Musiktherapie für Matthias
Dienstag, 25. Januar 2011

Matthias, inzwischen 18 Jahre alt , ist am Katzenschrei Syndrom erkrankt. Das Syndrom, auch Cri-du-chat-Syndrom, ist benannt nach den katzenartigen Schreien, die Kleinkinder mit diesem Syndrom auf Grund einer Kehlkopffehlbildung ausstoßen. Ursache für diese Erkrankung sind Fehler in der Erbinformation, die zu verchiedenen Fehlbildungen führen, wie. z.B. kleiner, länglicher Kopf mit zu kleinem Gehirn und daraus folgender starker geistiger Behinderung. Muskelschwäche und im späteren Verlauf häufig Verformungen der Wirbelsäule. Die Lebenserwartung ist verkürzt anzusehen.

Während der 18jährige Matthias normalerweise einige Zeit des Warm-Werdens braucht, wenn er auf ihm fremde Menschen trifft, wurde die Musik von Beginn der Therapie an eine hilfreiche Brücke zwischen der Musiktherapeutin Judith Sonntag und ihm, um miteinander in Kontakt zu kommen.

Judith Sonntag, die Musiktherapeutin berichtet:

Die Stimme steht dabei im Mittelpunkt: Lieder werden gesungen, Töne hinaus gerufen und lauthals gelacht. Gespielt wird auf Perkussionsinstrumenten wie Trommel, Rassel oder Rührtrommel, auf langanhaltenden Klangstäben und der Gitarre. Von Matthias wird zudem seine Lieblingsmusik auf CD mit in die Musiktherapie eingebracht: Bibi Blocksberg Super Show. In einem Lied heißt es: „Hallo Freunde hier bin ich. Hurra, ja ich bin einfach da. Hab´ Freude und hab´ Spaß, ja so bin ich… mit euch hex´ ich jetzt los.“ Dies kann als Lebensmotto von Matthias verstanden werden. Nicht Defizite stehen im Mi ttelpunkt, sondern die Ressourcen eines jeden Menschen.

Ein weiteres Thema der Musiktherapie ist der Umstand, dass Matthias, wenn ihm etwas zu viel wird, er mit Gegenständen im Raum und auch mit Instrumenten schmeißt. Hier wollen wir gemeinsam einen neuen Weg finden und haben in der dritten Stunde das STOPP-Sagen geübt. Die Regulation der eigenen Gefühle kennen zu lernen und damit umzugehen, ist ein weiteres Therapieziel.

Die 1x wöchentlich bei KinderLeben stattfindende und von Helenes Helfer e.V. finanzierte Einzelmusiktherapie hatte im Januar 2011 begonnen. Da Matthias zu einer Tagesförderungseinrichtung wechselte, wurde die Musiktherapie nun pausiert, damit er sich dort gut einleben kann.