Delphin-Therapie für Kolja
Dienstag, 02. August 2011

Kolja kam im August 1999 in Marburg an der Lahn in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt. Sein Zwillingsbruder verstarb bei der Geburt. Nach vielen Operationen und einem langen Krankenhausaufenthalt kam Kolja schließlich nach Hause. Heute ist er geistig und körperlich schwerbehindert, auch sein Augenlicht hat er verloren. Er kann nicht laufen, seine Beine sind spastisch, er kann allerdings sitzen und sich eigenständig aus der liegenden Position ins Sitzen aufrichten. Kolja kann nicht sprechen und sich seiner Familie kaum mitteilen.

Insgesamt ist Kolja ein behindertes Kind mit einem sehr sanften und fröhlichen Wesen. Seine Familie hat einen sehr starken Zusammenhalt, Mutter und Vater kümmern sich zu Hause um ihn. Kolja hat zwei kleine Geschwister (9 und 4 Jahre alt).

Die Familie kämpft im Alltag mit zwei Problemen. Das ist zum einen Koja's Epilepsie, die er mit 3 Jahren aufgrund einer Hirnblutung ausbildete. Zum anderen ist Kolja's Essverhalten schwierig. Einen großen Teil der Zeit wendet die Familie zum Füttern auf.

Für Kolja ist jede zusätzliche Form von Sinneseindrücken wertvoll, da ihm durch seine Blindheit und fehlende Mobilität ein sehr großer Teil seiner Wahrnehmung an der Außenwelt genommen ist. Im Wasser kann sich Kolja immer gut entspannen und es wird ihm eine andere Form der Körperhaltung bzw. -bewegung geboten als nur Sitzen und Liegen.

Wir erhoffen uns, Kolja's Anfallsleiden durch eine Delphintherapie positiv beeinflussen zu können.

Diese Therapie findet in Zusammenarbeit mit mydolphins GmbH vom 02.08. – 16.08.2011 in Belek statt. Helenes Helfer e.V. übernimmt Kolja's Therapiekosten, die Reise- und Unterkunftskosten trägt die Familie.

Wir freuen uns auf einen Erfahrungsbericht der Familie nach der Reise und wünschen der Familie nun eine unbeschwerte Zeit fernab des Alltags und Kolja wundervolle Momente mit den Delphinen!

 

****************** Update 02. Oktober 2011 ******************

Erfahrungsbericht der Familie - Kolja`s Begegnung mit den Delfinen

Am 02.08.2011 starteten wir unsere große, aufregende Reise in die Türkei, um unserem behinderten Sohn Kolja eine Delfintherapie mit „my dolphins“ zu ermöglichen. Wir, das sind die Eltern Frank und Bärbel mit ihren Söhnen Kolja (11 J.), Ruven (9 J.) und Thilo (4 J.). Wir hatten keine Ahnung, wie eine Reise mit solch einer großen Familie bzw. mit einem behinderten Kind verlaufen würde, aber wir können schon einmal vorweg nehmen, dass es für alle Beteiligten eine sehr schöne entspannte Zeit war. Die äußeren Umstände trugen sehr zum Gelingen des Aufenthaltes bei. Da war die tolle Hilfe für Behinderte am Flughafen sowie im Hotel, der Transfer vom und zum Flughafen bzw. zur Delphintherapie täglich.

Kolja hatte in den zwei Wochen des Aufenthaltes 9 Einheiten a 30 Min. Delphintherapie, die für ihn am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig waren. Das Wasser des Pools war relativ kühl, so dass er zwei Neoprenanzüge trug. Durch seine Blindheit konnte er nicht sehen, was es damit auf sich hatte, dass er sich in solch kaltem Wasser befand. Aber er war tapfer und akzeptierte seine Therapie nach wenigen Einheiten. Es war zum größten Teil der Verdienst der Delphintherapeuten, die mit großer Geduld und Einfühlungsvermögen Kolja ruhig und lieb zuredend, ihm die Zeit ließen sich an diese neue Situation zu gewöhnen.

Für uns als Eltern war während der Durchführung der Therapie am Schönsten zu beobachten, zum einen, dass Kolja die Therapie nicht ablehnte, sich auf eine neue Situation einlassen konnte und zum anderen, dass er zum Ende hin Berührungen mit den Delphinen zuließ. Er streckte sogar seine Hand nach ihnen aus, um sie zu berühren. Das ist deshalb besonders, weil Kolja ein sehr in sich gekehrtes Kind ist und wenig offen für Ungewohntes und Neues. Dies merkten auch die Delphine und kamen in ganz sanfter Weise immer wieder auf Kolja zu. Wir waren sehr zufrieden, dass das alles so gut verlief.

Nun sind fast vier Wochen seit der Therapie vergangen und wir möchten noch folgendes bzgl. Koljas Epilepsie anmerken. In einem Zeitraum von zwei Monaten vor der Therapie hatte Kolja schwere epileptische Anfälle. Es musste medikamentös eingegriffen werden, um die Anfälle zu beenden. Deshalb waren wir auch sehr aufgeregt, eine solche Reise mit ihm durchzuführen. Er hatte in der Türkei am 3. Tag einen schweren Anfall gehabt, aber seit dem nicht einen einzigen medikamentös zu behandelnden mehr. Gleichzeitig aber verlor Kolja auch einen Eckmilchzahn, während des Aufenthaltes. Da Zahnen ebenfalls vermehrte Anfälle hervorrufen können, kann man schwerlich sagen kann, wovon diese immense Besserung seines Anfallsleidens kommt. Aber auf jeden Fall war es ein gelungener Aufenthalt, da auch die Geschwisterkinder viel Spaß hatten und wir als Familie eine so schöne Zeit verleben durften.

Wir bedanken uns von ganzem Herzen! Wir sind sehr glücklich!

Familie Simon