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Musiktherapie für Jasmin Drucken E-Mail
Sonntag, 05. Februar 2012

Jasmin* kam im Oktober 2004 zur Welt und lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in Hamburg. In den ersten Jahren war Jasmins Entwicklung ganz normal, bis im Jahr 2010 die Diagnose Metachromatische Leukodystrophie (schwere Stoffwechselerkrankung) gestellt wurde. Seit Auftreten der Erkrankung ist der Verlauf sehr rasch voran geschritten. Sie führt innerhalb weniger Jahre zum Tod. Jasmin besucht seit November regelmäßig für mehrere Stunden das Tageskinderhospiz Kinderleben in Hamburg. Unsere Musiktherapeutin Frau Judith Sonntag therapiert sie dort regelmäßig und hat Jasmin bereits in mehreren Therapiestunden kennen gelernt.

Musiktherapie mit Jasmin - erster Bericht nach dem Kennenlernen (Text von Frau Sonntag):

Jasmin ist ein zartes Mädchen, was bei mir sofort den Impuls auslöst, sie (be-)schützen zu wollen. Da sie selbst keine Instrumente mehr aussuchen und sich auch verbal nicht mehr mitteilen kann, ist mehr als bei anderen Kindern ein hohes Maß an Sensibilität gefordert. Dennoch sorgt sie auf ihre Weise für sich: schläft ein, wenn sie müde ist, sucht mit den Augen Blickkontakt, bzw. wendet den Blick ab, hält meine Hand ganz fest, lässt sie nicht mehr los. Ich möchte nun zwei musikalische Sequenzen beschreiben: „Ich nehme zu dem Klangbett, auf dem Jasmin im Musiktherapieraum bei KinderLeben liegt, ein paar kleine Rhythmusinstrumente mit. Eine feine Rassel, die optisch an einen Blumenstrauß erinnert, weckt ihre ganze Aufmerksamkeit; ihre Augen verfolgen die Bewegung der Rassel, dann suchen ihre Augen meine Augen. Warmherzigkeit strahlt sie aus. Ich gebe ihr vorsichtig die Rassel in die linke Hand, bewege ihren Arm/ihre Hand, und sie spielt „wild“ – ich selbst spiele mit einem Mini-Regenmacher dazu. Eine intensive Begegnung im Rhythmus, ein Ausdruck von Lebendigkeit.“ „Mir fällt das Lied ‚Dornröschen war ein schönes Kind‘ ein und ich singe es für Jasmin. In dem Lied, welches nach gleichnamigem Märchen benannt ist und auch dessen Inhalt wiedergibt, taucht zunächst die böse Fee auf und spricht den Fluch, nach dem Dornröschen sterben soll, aus. Dann aber kommt die gute Fee und wandelt den Fluch um in einen hundertjährigen Schlaf, nach dessen Ende der Königssohn sie weckt und das Hochzeitsfest gefeiert wird. Der Schrecken und die Angst werden gewandelt in die Hoffnung und Gewissheit eines guten Endes. Tauchen in der Musiktherapie Lied-Einfälle (hier sogar kombiniert mit Märchen, die für jedes Kind wichtig sind) auf, so sind sie als therapeutische Intervention, als Deutung zu verstehen und lassen das vorherrschende Thema symbolisch greifbar und somit bearbeitbar werden. Und ich habe stark das Gefühl, dass Jasmin sehr wohl ihre Situation versteht.“

Abschlussbericht zur Musiktherapie mit Jasmin von Frau Sonntag (16. April 2012):

Im Februar 2012 verstarb Jasmin. Sie hatte im Zeitraum Oktober 2011 bis zu ihrem Tod insgesamt fünf Musiktherapiesitzungen bei KinderLeben e.V. finanziert durch Helenes Helfer e.V.

Frau Sonntag erinnert sich: "Jasmin ist mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen und ihr Abschied von dieser Welt ließ mir gewahr werden: Die Kinder, mit denen Du hier arbeitest, sterben. In dem Moment, wo Du Dich einlässt, beginnt schon das Loslassen. Leben im Augenblick, das sagt sich so leicht… Musik entsteht immer im Augenblick, und im Moment des Verklingens ist sie schon Vergangenheit. Es beginnt die Zeit der Erinnerung."

Wir wünschen der Familie von Jasmin von Herzen viel Kraft und danken dem Team von KinderLeben e.V. für die Zusammenarbeit und ganz besondere unserer Musiktherapeutin Frau Sonntag für ihre wertvolle Arbeit.

*Name geändert.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. April 2013
 
Neuer Fernseher für die blaue Gruppe Drucken E-Mail
Samstag, 04. Februar 2012

Seit Anfang 2011 unterstützen wir den kleinen Moritz* mit einem monatlichen Taschengeld. Moritz fühlt sich in seiner Gruppe im Elisabeth-Weiske-Heim in Berlin (unter der Leitung von Frau Gajewski) sehr sehr wohl und wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Gruppe. Er lebt dort in einem Zimmer mit seinem 6-jährigen Freund, insgesamt wohnen 8 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistigen Behinderungen in der Wohngruppe. Eines der täglichen Abendrituale ist die gemeinsame Sandmännchen-Zeit vor dem Fernseher. Letztlich singen alle Kinder das Sandmannlied mit, es ist für die Gruppe ein sehr wichtiges Ritual.

Zu Weihnachten wünschte sich die "Blaue Gruppe" als Ersatz für ihren alten nicht mehr funktionstüchtigen Fernseher einen neuen Fernseher. Das alte bisherige Gerät zeigte leider nur noch verwackelte Bilder, das gemeinsame Sandmännchen-Ritual sowie gemeinsame Fernsehzeiten sind für die Gruppe jedoch sehr wichtig.

Helenes Helfer recherchierten am Markt ein passendes Modell (inklusive Wandhalterung) und schafften das Gerät für die Gruppe zu Weihnachten an.

Mitte Januar waren Nina Nöldeke und Angela Bufacchi aus unserem Team nun zu Besuch in der Blauen Gruppe im Elisabeth-Weiske-Heim und konnten sich u.a. von der ordnungsgemäßen Montage des Fernsehers überzeugen, sich aber vor allen Dingen mit dem Team und den Kindern unterhalten. Für Angela und Nina war es ausserordentlich eindrücklich, ihre Lebensfreude zu spüren und sich mit ihnen über das Leben in der blauen Gruppe zu unterhalten. Sie wurden sehr liebevoll mit einer eingedeckten Kaffeetafel empfangen. Die Kinder waren wohl schon den ganzen Tag über aufgeregt gewesen und hatten es kaum erwarten können, Helenes Helfer zu treffen. Es waren auch vier Betreuer vor Ort. Es ist bewundernswert, mit welchem Engagement, welcher Freundlichkeit und welcher Gelassenheit sie ihre Aufgabe bewältigen und es schaffen, diesen Kindern wirklich eine Familie zu sein. Der Fernseher war an diesem Nachmittag im Mittelpunkt des Interesses. Die Kinder sahen einen Videofilm über afrikanische Musik und waren von der Neuanschaffung völlig begeistert.

Wir haben darüber hinaus ein sehr herzliches Dankesschreiben von Frau Gajewski, der Leiterin der Gruppe, erhalten. Der neue Fernseher ist für die kleinen und großen Bewohner eine unbeschreiblich große Freude gewesen, wie wir es uns wohl gar nicht hatten denken können.

 

*Name geändert.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. April 2013
 
Tanztherapie für Alef Drucken E-Mail
Donnerstag, 19. Januar 2012

Unser Engagement: Die 12-jährige Alef* aus Hamburg zeigt ein auffälliges Sozialverhalten und drohte mit Suizid. Von ihrer Betreuerin des Jugendamtes wurden wir mit der Bitte um Therapieunterstützung kontaktiert. Zum Therapieangebot unserer Hamburger Musiktherapeutin Judith Sonntag gehört die sogenannte Tanztherapie, welche Alef zu einem besseren Körperbewusstsein verhelfen soll.

Über Alef (Bericht von Judith Sonntag): Alef* ist 12 Jahre alt, sie lebt gemeinsam mit ihren Eltern und beiden Geschwistern. Alef zeigt in der Schule ein auffälliges Sozialverhalten, sie ist aggressiv und hat oft Reibereien mit ihren Mitschülern. Im vergangenen Jahr äußert Alef gegenüber ihrer Lehrerin, dass sie nicht mehr leben möchte. Seither wird sie seitens des Jugendamtes unterstützt und hat eine Betreuerin. Alef öffnet sich nur zum Teil gegenüber der Betreuerin, auch eine installierte Gesprächstherapie nimmt sie nicht mehr in Anspruch. Alef findet sich zu dick und möchte abnehmen. Ihre Gedanken drehen sich darum, wie sie ihre vermeintlichen Kilos loswerden kann. Sie wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich im Wachstum befindet und auf eine gesunde Ernährung achten müsse und auch im gesunden Rahmen Sport treiben könne. Auch der Hinweis, dass sie keineswegs zu dick ist, nimmt sie nicht wahr. Beim Betrachten ihres Körpers schaut sie bevorzugt auf ihre „negativen“ Körperteile (sie habe einen dicken Bauch). Sie bewertet sich insgesamt als negativ. Der Betreuerin erzählt sie, dass sie viel isst und sich heimlich nachts übergibt. Es zeigen sich Symptome eines gestörten Essverhaltens und ein gestörtes Körperbild. Alef hat kein hohes Selbstwertgefühl und ein geringes Selbstbewusstsein. Sie glaubt nicht, dass sie etwas gut könne, sie betrachtet sich sehr geringschätzig. Durch die Tanztherapie soll Alef die Möglichkeit bekommen, sich auf nonverbalem Wege auszudrücken. Hier gibt es die Möglichkeit, etwas von sich zu zeigen, was sie gut kann: schwierige Figuren aus dem Bereich des Breakdance zum Beispiel. Da Alef seelisch bedingte Schwierigkeiten bzw. Störungen im Erleben, Verhalten und auch im körperlichen Bereich zeigt, eignet sich eine Tanztherapie unter Einbeziehung weiterer kreativer Medien wie der Möglichkeit zu Malen oder sich auf Instrumenten auszudrücken, besonders gut. Auch wenn ihr nicht immer klar ist, was wir hier tun, macht sie doch alles selbstverständlich mit und ganz wie nebenbei öffnet sie sich der Therapeutin gegenüber und vertraut ihr Sorgen und Nöte an, die sie beschäftigen.

 

******** Abschlussbericht vom 9. März 2012 *********

Alef hat dank der Unterstützung von Helenes Helfern vier Monate Einzeltanztherapie bei Judith Sonntag erhalten. Die Therapie wurde nun auf Alefs Wunsch hin in Absprache mit den Eltern, der Psychologin, der Lehrerin und der Betreuerin beendet. In den insgesamt dreizehn Stunden hat sie sich mit verschiedenen Themen konstruktiv auseinandersetzt: Was macht mich als Mädchen/Jugendliche aus? Wer bin ich? Welche Geheimnisse teile ich mit meinen Freundinnen? Was gebe ich von mir bei facebook preis? Wie verhalte ich mich Jungs gegenüber? Im Mittelpunkt stand das eigene Erleben und immer wieder die Frage, ob ihre Gefühle „richtig“ sind. Die Unsicherheit der eigenen Person und anderen Menschen gegenüber wurde immer wieder deutlich. Die Feststellung „Ich kenne mich nicht (mehr) aus“ wurde kreativ genutzt und in den Tanztherapeutischen Prozess mit eingearbeitet: Wo hier im Therapieraum fühlst du dich wohl? Wo fühlst du dich unwohl? Was macht das Wohl, bzw. Unwohlsein aus? Wo gibt es im wahren Leben Räume für die immer mehr im Fokus stehende eigene Intimsphäre? Wie kannst du gut für dich sorgen?

Alef hat viel Aufmerksamkeit bekommen seit sie im vergangenen Jahr in der Schule auffällig wurde. Dies ist als eine Art Hilferuf zu verstehen, der ein großes Echo erzeugte: Die Eltern horchten auf, das Jugendamt, die Jugendhilfe in Form einer Betreuerin, die Klassenlehrerin und die Rektorin sowie eine niedergelassene Psychologin und die Musiktherapeutin Judith Sonntag waren plötzlich alle für Alef da. Sie hat ein breites Hilfsangebot bekommen und dieses auch nutzen können. Die Probleme mit den anderen Kindern in der Grundschule gibt es derzeit nicht mehr und zum neuen Schuljahr wechselt Alef auf die Gesamtschule. Zur Vorbereitung darauf wird sie in den kommenden drei Monaten an einem sozialen Kompetenztraining für Mädchen und Jungen in ihrem Alter in der Kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis, in der auch die Psychologin ansässig ist, teil. Sowohl die Tanztherapie als auch die Gespräche mit der Psychologin hören nun auf, die Termine mit der Betreuerin werden in weiter gesteckten Zeitabständen stattfinden. Beim Abschied wurde vonseiten der Therapeutin nochmals deutlich gemacht, dass sie sich jederzeit melden kann.

Für den weiteren Lebensweg wünschen wir Alef alles Gute.

 

 

*Name geändert.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. April 2013
 
Musitherapie für Katharina (12) bei Dunkelziffer Drucken E-Mail
Freitag, 25. November 2011

Unser Engagement: Die 12-jährige Katharina* wird nach einem schweren traumatischen Erlebnis bei Dunkelziffer in Hamburg betreut. Eine Musiktherapie soll Katharina helfen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten, Helenes Helfer e.V. finanziert dieses Therapie über einen Zeitraum von einem Jahr.

Über Katharinas Erlebnisse (beschrieben von ihrer Therapeutin): "Während eines Spazierganges mit ihrem Hund trat der zwölfjährigen Katharina völlig unerwartet und wie aus dem „Nichts“ heraus, ein ihr unbekannter Mann gegenüber. Er stand direkt vor ihr. Zu Ihrem großen Schreck holt er seinen Penis aus der Hose, masturbierte vor ihren Augen und drohte ihr schließlich, sie umzubringen, wenn sie irgendjemanden davon erzählen würde. Völler Panik lief Katharina nach Hause – erzählt aber aus Angst niemanden etwas von dieser schockierenden Begegnung. Katharina verändert sich, bekam starke Ängste und traute sich bei Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus. Die Ängste nahmen nochmals stark zu, nachdem sie dem Mann noch einmal begegnete. Sie wurde immer schweigsamer und dennoch dauerte es eine Weile, bis sie sich ihrer Mutter anvertraute, die dann bei Dunkelziffer Rat suchte.

Nach einem Beratungsgespräch wurde Katharina in der Musiktherapie aufgenommen. Katharina ist sehr verschlossen, sie wartet ab und findet keine Worte für das, was ihr angetan wurde und für ihr Erleben. Auch in der Musiktherapie ist sie zunächst sehr zurückhaltend und spielt kaum. Allerdings kann sie es zulassen und freut sich, wenn die Therapeutin für sie Musik macht. Katharina wird jetzt schon seit einiger Zeit von der Musiktherapeutin begleitet, sie fasst wieder Vertrauen und wünscht sich, weiter in die Musiktherapie zu kommen. Sie äußert sich zunehmend und die Therapeutin weiß, dass sie sich wieder eine größere Lebendigkeit und die Reduzierung ihrer Ängste wünscht. Auf den Weg dorthin wird sie von der Musiktherapie begleitet."

Die Finanzierung der Therapie durch Helenes Helfer deckt den Zeitraum Juni 2011 bis Mai 2012 ab.

 

*Name geändert

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. April 2013
 
Sauerstoffmonitor für Melih Drucken E-Mail
Mittwoch, 28. September 2011

Der sechsjährige Melih leidet an einer seltenen Stoffwechselerkrankung. Als Konsequenz dieser angeborenen Erkrankung muss mit schlimmen Problemen seines Bewegungsapparates kämpfen, die im Laufe der Jahre weitere schlimme eigenständige Probleme zur Folge hatten. Eine Wirbelsäulenverkrümmung hat zur Folge, dass seine Lunge sehr stark eingeengt ist und er dadurch oft Lungenentzündungen und einen Mangel an Sauerstoff im Blut hat. Eine der Hauptaufgaben des betreuenden Kinderintensivpflegedienstes Gänseblümchen in der Versorgung von Melih ist es, ständig dafür zu sorgen, dass seine Lunge noch möglichst von Sekret frei gehalten wird, durch allerhand Übungen und Inhalationen. Ein wichtiges Hilfsmittel dabei ist der sogenannte Pulsoxymeter, der von seinem Kinderarzt verordnet und von der Firma Medica bereit gestellt wurde.

Melih benötigt dieses Gerät um seine Pulsfrequenz und den Sauerstoffgehalt des Blutes zu ermitteln. Wenn dieser absinkt, kann es zu Lebensgefährlichen Situationen kommen. Mit der regelmäßigen Kontrolle seiner Werte über dieses Gerät können die Eltern u. Pflegekräfte OHNE ihm Schmerzen zuzufügen, seinen Zustand absolut zuverlässig überwachen und intervenieren wenn dies angezeigt erscheint.

Die Krankenkasse stand auf dem Standpunkt, das Melih regelmäßige Blutgasanalysen beim Kinderarzt oder in der Klinik bekommen könne. Dies ist aber sehr schwer zu organisieren, dauert im Notfall viel zu lange und ist auf jeden Fall mit Schmerzen verbunden, weil eine Blutentnahme bei den stark kontrahierten und spastisch verkrampften Extremitäten kompliziert ist.

Die Krankenkasse hat die Kostenübernahme trotz zahlreicher Schreiben vom behandelnden Kinderarzt, dem Hilfsmittelversorger und dem Pflegedienst verweigert.

Helenes Helfer e.V. hat den Pulsoxymeter der Firma Medica für Melih angeschafft.

Zuletzt aktualisiert am Montag, 29. April 2013
 
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